Am Samstag, 25. April 2026, um 10 Uhr versammelten sich an der Skulptur am Ende des Marktes in der Berliner Straße in Pankow, unmittelbar vor dem Rathaus Pankow, Bürgerinnen und Bürger zu einer ungewöhnlichen Aktion. 200 Rotbuchen-Setzlinge sollten an diesem Tag einen neuen, sicheren Standort in Berlin finden.
Brandanschlag auf den 200 Jahre alten Baum
Der Auslöser liegt einige Monate zurück. In der Nacht zum 5. Dezember 2025 brannte hinter Schloss Schönhausen ein Baum, der dort seit mindestens 200 Jahren stand.1 Die Berliner Feuerwehr rückte sofort aus und kämpfte mit Schaum gegen die Glut im hohlen Stamm.2 Den alten Baum retten konnte sie nicht. Eine natürliche Ursache für das Feuer wurde ausgeschlossen: Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus.
Berliner Sparpolitik im Hintergrund
Zeitgleich sieht sich Berlin mit erheblichen Einschnitten im öffentlichen Leben konfrontiert. Der Berliner Senat hat Haushaltskürzungen von großem Ausmaß beschlossen, die besonders die Bereiche Bildung, Kultur, Umwelt und Soziales treffen. Auch der Doppelhaushalt 2026/2027 sieht weitere Einbußen vor.3 Vieles, was das Leben in den Bezirken lebens- und liebenswert macht, steht zur Disposition.
200 Setzlinge für 200 Jahre
Die Initiatoren der Aktion „200 Jahre – 200 Bäume" wollten dieser negativen Entwicklung ein konkretes, sichtbares Zeichen entgegensetzen. Die Zahl 200 ist dabei bewusst gewählt: Sie steht für das Alter des zerstörten Baums am Schloss Schönhausen und zugleich für die Anzahl der Rotbuchen-Setzlinge, die an diesem Tag gepflanzt wurden. Die Botschaft ist einfach und direkt: Wachstum statt Verlust, Engagement statt Resignation.
Als Leitgedanke zieht sich ein Zitat des Künstlers Friedensreich Hundertwasser durch die Aktion: „Einen Baum schneidet man in 5 Minuten um. Zum Wachsen braucht er aber 50 Jahre. Das ist ungefähr das Verhältnis zwischen technokratischer Zerstörung und ökologischem Aufbau."
Der gewählte Ort ist kein Zufall. Der Marktplatz an der Berliner Straße in Pankow mit seiner markanten Skulptur ist ein zentraler, öffentlich sichtbarer Begegnungsort im Bezirk. Pankow lebt von seinen grünen Achsen, von den Volkspark-Anlagen bis zu den vielen kleinen Parks im Bezirk, und genau in diese Tradition stellt sich die Aktion. Sie richtet sich an alle Pankowerinnen und Pankower, die ein Zeichen setzen möchten.
Wann: Samstag, 25. April 2026, 10 Uhr
Wo: Skulptur am Ende des Marktes, Berliner Straße, Pankow (Nähe Rathaus Pankow)