Das ärztlich geführte medizinische Versorgungszentrum mevido HZV GmbH durchläuft seit dem 7. April 2026 ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Charlottenburg hat das Verfahren per Beschluss angeordnet. Für Patienten ändert sich trotzdem nichts: Beide Berliner Standorte in Pankow und Tempelhof sind weiterhin vollständig geöffnet.1
Versorgung in Pankow und Tempelhof gesichert
Die mevido HZV GmbH betreibt zwei allgemeinmedizinische Praxen in Berlin. Der Standort Tempelhof deckt die hausärztliche Versorgung, Innere Medizin und Kardiologie ab. Der Standort Pankow ist auf diabetologische Leistungen ausgerichtet. Beide Praxen bieten zudem Videosprechstunden an.
Geschäftsführer Dr. Edoardo Viviano betont, dass die Öffnungszeiten unverändert bestehen bleiben und alle Fachbereiche wie gewohnt erreichbar sind. Niemand müsse sich Sorgen machen, dass es im Zuge des Verfahrens zu Einschränkungen kommt, so Viviano. Die Löhne und Gehälter der Ärzte und medizinischen Fachangestellten sind über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für die Monate März, April und Mai abgesichert.
Investor gesucht, erste Gespräche laufen
Der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus von der Berliner Kanzlei VOIGT SALUS2, zeigt sich optimistisch. Er geht davon aus, dass das Verfahren Anfang Juni in die Hauptphase übergeht. Ziel ist es, einen geeigneten Betreiber zu finden, der eine langfristige Fortführung der beiden Praxen ermöglicht.
Mit der kaufmännischen Begleitung und der Durchführung des Investorenprozesses ist die ABG Consulting-Partner GmbH beauftragt.3 Erste Interessenten seien bereits im Gespräch, teilte Unternehmensberater Simon Leopold mit.
Zu schnelle Expansion als Auslöser
Als Hauptursache der wirtschaftlichen Krise gilt ein zu schnell vorangetriebenes Expansionsvorhaben. mevido hatte den Betrieb zügig ausgebaut, stieß dabei aber auf erhebliche Verzögerungen bei den erforderlichen Zulassungen durch die Kassenärztliche Vereinigung und weitere zuständige Stellen. Die dadurch entstandenen Liquiditätsengpässe konnten außergerichtlich nicht mehr behoben werden, weshalb der Geschäftsführer das gerichtliche Sanierungsverfahren pflichtgemäß einleitete.
Für Patienten ändert sich nichts
Termine können in beiden Praxen wie gewohnt vereinbart werden. Das Versorgungszentrum ist unter mevido-mvz.de erreichbar. Der vorläufige Insolvenzverwalter geht derzeit davon aus, dass das Verfahren Anfang Juni 2026 offiziell eröffnet wird.