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Pankow Mietspiegel: Das gilt für Pankower 2026

Seit Ende Mai 2026 ist der neue Mietspiegel der Maßstab. In Pankow musst du zwischen dem teuren Prenzlauer Berg und dem moderateren Norden unterscheiden. Für deine Vergleichsmiete zählen Baujahr, Fläche, Ausstattung und Wohnlage.

Von Britta Zander | 12. Juni 2026
Pankow Mietspiegel: Das gilt für Pankower 2026 © Markus Lehmann
In Pankow neu gemietet oder zur Mieterhöhung aufgefordert? Rechne deine Miete mit dem Mietspiegel nach.

Kein Berliner Bezirk hat mehr Einwohner als Pankow. Er beginnt im durchgentrifizierten Prenzlauer Berg und endet bei den Dörfern am nördlichen Stadtrand, und genauso weit gespannt sind die Mieten. Mietest du hier neu oder kommt eine Mieterhöhung, solltest du den Berliner Mietspiegel kennen.

Stichtag für den Wechsel war der 28. Mai 2026: Seitdem gilt der neue qualifizierte Mietspiegel.1 Die Werte von 2024 haben ausgedient. Vom Kollwitzplatz bis nach Karow dient er dazu, die Höhe einer Miete fair zu beurteilen. Im Folgenden liest du, was der Mietspiegel ist, wie du dich in seiner Tabelle zurechtfindest und wie du die Vergleichsmiete für eine bestimmte Adresse ausrechnest.

Was dich erwartet

Mietspiegel und Gesetz: die Grundlagen

Der Berliner Mietspiegel dokumentiert amtlich die ortsübliche Vergleichsmiete. Aus ihm geht hervor, welche Nettokaltmiete je Quadratmeter für welche Art Wohnung stadtweit gängig ist. Herausgeber ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, beteiligt sind außerdem Verbände beider Seiten, also Mieter wie Vermieter.

Grundlage im Gesetz sind § 558 sowie § 558d des Bürgerlichen Gesetzbuchs.2 Als qualifizierten Mietspiegel erstellt Berlin ihn nach wissenschaftlichen Kriterien, weshalb Gerichte seine Werte zunächst als richtig unterstellen.3 Möchte ein Vermieter die Spanne überschreiten, trägt er die Beweislast für höhere Vergleichsmieten. In der Praxis ist das kaum zu schaffen.

In drei Situationen spielt er deshalb die Hauptrolle. Erstens bei Mieterhöhungen im Bestand, die an der ortsüblichen Vergleichsmiete enden. Zweitens bei der Mietpreisbremse für neue Verträge, die in Berlin nach wie vor gilt.4 Drittens als Richtschnur, sobald sich zwei Parteien über die angemessene Miete streiten.

Eckdaten des Mietspiegels 2026

Beschluss durch die Senatsverwaltung am 28. Mai 2026, Veröffentlichung im Amtsblatt für Berlin einen Tag darauf, Stichtag der Datenerhebung am 1. September 2025.5 Eingeflossen sind neue Verträge und geänderte Bestandsmieten, der Mietspiegel steht damit für das Mietgeschehen von sechs Jahren.

Berlin schreibt seinen Mietspiegel nicht einfach fort, sondern erhebt ihn alle zwei Jahre neu. Für 2026 hat das unabhängige ALP Institut Hamburg rund 17.000 Miet- und Ausstattungsdaten ausgewertet.6 Nach Zahlen der Senatsverwaltung deckt das ungefähr 1,6 Millionen mietspiegelrelevante Wohnungen ab.

Durchschnittlich zahlen Berliner Mieter laut Mietspiegel 2026 7,71 Euro pro Quadratmeter kalt. Beim Mietspiegel 2024 lag der Schnitt bei 7,21 Euro, der Anstieg beträgt also knapp 6,9 Prozent.7 Vergleichst du das mit Anzeigen im Netz, wirkt der Wert niedrig. Der Grund: Gezählt werden alle bestehenden Mietverträge, auch langjährige und günstige, nicht die Angebotspreise von heute.

KennzahlWert
Gültig seit28. Mai 2026
Löst abMietspiegel 2024
Stichtag der Erhebung1. September 2025
Datenbasisrund 17.000 Miet- und Ausstattungsdaten
Abgedeckte Wohnungenrund 1,6 Millionen
Ø Nettokaltmiete Berlin 20267,71 €/m²
Ø Nettokaltmiete Berlin 20247,21 €/m²
Veränderung in zwei Jahren+6,9 %
Wohnlagen in Berlin29,4 % einfach · 49,9 % mittel · 20,7 % gut
Nächste Ausgabe2028

Nicht erfasst

Preisgebundene Sozialwohnungen, möbliert vermietete Räume, Wohnheime und einige Ein- und Zweifamilienhäuser deckt der Mietspiegel nicht ab. Für diese Fälle gibt es gesonderte Bestimmungen.

Tabelle, Raster, Verzeichnis: der Aufbau

Drei Bestandteile, mehr braucht es nicht, um den Berliner Mietspiegel zu verstehen: die eigentliche Tabelle, das Orientierungsraster für Zu- und Abschläge und das Straßenverzeichnis, aus dem die Wohnlage hervorgeht.

1. Baujahresklasse und Größe

Die Tabelle unterscheidet nach Baujahresklassen und Wohnungsgrößen. Neben den Nachkriegsklassen gibt es eine für Häuser "bis 1918" und neuere Klassen, deren jüngste bei 2016 beginnt. Die kleinste Größenstufe heißt "bis unter 35 m²", die größte "ab 90 m²". Für eine sanierte Gründerzeitwohnung in Prenzlauer Berg schlägst du also ein anderes Feld auf als für einen Neubau am Stadtrand in Karow.

Jedes Feld nennt dir einen Unter-, einen Mittel- und einen Oberwert. Mit dem Mittelwert ist die statistische Durchschnittsmiete netto kalt für diese Klasse gemeint, die Werte links und rechts davon markieren die übliche Streubreite.8

2. Wohnlage: gut, mittel, einfach

Welche Wohnlage eine Adresse hat, legt das offizielle Straßenverzeichnis fest, und zwar in drei Stufen von einfach über mittel bis gut. Grundlage sind Kriterien wie Grünanteil, Lärmpegel, Dichte, Infrastruktur und soziales Umfeld.

Auf ganz Berlin bezogen liegen laut Mietspiegel 2026 rund die Hälfte der Adressen (49,9 Prozent) in mittlerer Lage, 29,4 Prozent in einfacher und 20,7 Prozent in guter.9 Pro Wohnlage gibt es eine eigene Tabelle.

3. Merkmale der Wohnung

Den letzten Schliff gibt das Orientierungsraster. Unter die Lupe genommen werden fünf Gruppen: Bad, Küche, Wohnung, Gebäude, Wohnumfeld.10 Es gibt Merkmale, die positiv zählen, etwa ein saniertes Bad oder ein hochwertiger Belag, und andere, die negativ zählen, etwa hellhörige Wände oder ein Haus ohne Aufzug.

Wo die positiven Punkte einer Gruppe überwiegen, steigt der Wert in Richtung Oberwert. Überwiegen die negativen, sinkt er Richtung Unterwert. Nimmst du den Mittelwert und verrechnest sämtliche Zu- und Abschläge, hast du die Vergleichsmiete für exakt diese Wohnung.

Pankows Ortsteile nach Lage sortiert

Gründerzeit in Prenzlauer Berg, bürgerlicher Mix in Niederschönhausen, Großsiedlung in Buch: In Pankow gibt es fast jede Wohnform. Die Aufstellung unten liefert eine grobe Einordnung. Bindend für deine Adresse ist allerdings nur das offizielle Straßenverzeichnis zum Mietspiegel.11

OrtsteilÜberwiegende WohnlagePrägung
Prenzlauer Berggutflächendeckend sanierte Gründerzeit, teuerste Lagen Pankows
Pankow (Zentrum) / Niederschönhausenmittel bis gutbürgerlich, gute Anbindung, gemischter Bestand
WeißenseemittelAltbau und Siedlungen am See, im Aufwind
Französisch Buchholz / Karow / BlankenburgmittelEinfamilienhäuser und Neubau am Stadtrand
Bucheinfach bis mittelGroßsiedlung und Klinikstandort im Norden, günstig

Selbst benachbarte Häuser können unterschiedlich eingestuft sein. Wirf darum vor jeder Mietprüfung einen Blick ins Straßenverzeichnis.

So schneidet Pankow im Bezirksvergleich ab

Beim Mietniveau zerfällt Pankow in zwei Hälften. Prenzlauer Berg gehört zu den teuersten Gegenden Berlins, der Norden bewegt sich im gemäßigten Mittelfeld.12 Vor allem Prenzlauer Berg hebt den Durchschnitt des Bezirks deutlich an.

Bist du bei der Lage flexibel, lohnt der Blick nach Weißensee, Karow oder Buch. Dort bekommst du für dein Budget deutlich mehr Wohnfläche als in den Spitzenlagen am Kollwitzplatz.

Online zur ortsüblichen Vergleichsmiete

Mit der Papierbroschüre musst du dich nicht abmühen. Einen offiziellen Mietspiegelrechner findest du bei der Senatsverwaltung unter mietspiegel.berlin.de.13 Eingeben musst du:

  • deine Adresse, anhand derer die Wohnlage automatisch erscheint
  • das Baujahr
  • die Quadratmeterzahl
  • Angaben zu Bad, Küche, Wohnung, Gebäude und Umgebung
  • besondere Merkmale, zum Beispiel Balkon, Aufzug oder hochwertiges Parkett

Das Ergebnis besteht aus Unter-, Mittel- und Oberwert. So sieht die offizielle Vergleichsmiete deiner Wohnung aus. Das Tool ist gratis.

Kontakt

Unterstützung bei Mieterhöhung und Mietpreisbremse bieten dir in Berlin beispielsweise die Berliner MieterGemeinschaft, der Berliner Mieterverein und der Mieterschutzbund. Fragen rund um den Mietspiegel beantwortet die Senatsverwaltung, erreichbar über (030) 90173-3860 und [email protected].

Mieterhöhung: diese Punkte zählen

Eine Erhöhung der Bestandsmiete hängt an mehreren Voraussetzungen. 15 Monate lang muss die Miete unverändert gewesen sein. Über drei Jahre sind maximal 20 Prozent drin, in vielen Berliner Lagen begrenzt die Kappungsgrenze das auf 15 Prozent. Und die ortsübliche Vergleichsmiete darf nicht überschritten werden.14

Als Vergleich taugt nur der Wert aus dem Mietspiegelrechner für deine Wohnung, der Berliner Durchschnitt hilft dir hier nicht. Bei Neuvermietung zieht die Mietpreisbremse eine Grenze: höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, sofern der Wohnungsmarkt angespannt ist.15 Berlin ist das komplett.

Eine Mieterhöhung solltest du nie einfach abzeichnen. Der Mietspiegel zeigt dir binnen Minuten, ob die Form eingehalten ist und die Forderung zur Vergleichsmiete passt. Oberhalb der Obergrenze lässt sich die Erhöhung in dieser Höhe nicht durchsetzen.

Ausblick auf 2028 und den Blankenburger Süden

2028 dürfte der nächste Berliner Mietspiegel folgen, weil er im Zweijahresturnus neu entsteht. Als Stichtag ist wieder ein Termin im September davor zu erwarten.16 Solange bleiben die Zahlen von 2026 gültig.

Im Nordosten plant Berlin mit dem Blankenburger Süden eines seiner größten neuen Stadtquartiere, auf lange Sicht mit tausenden Wohnungen. Weil außerdem weiter Menschen zuziehen, wächst Pankow weiter, und der Unterschied zwischen teurem Süden und moderatem Norden schrumpft allmählich.

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Britta Zander
Britta Zander
Freie Journalistin

Freiberufliche Journalistin, wohnt in Weißensee, arbeitet meist im Café um die Ecke. Kam über Umwege zum Lokaljournalismus und möchte heute nichts anderes mehr machen.

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