Im Januar war es wieder so weit: In der WABE in der Danziger Straße 101 trafen sich Gastronomen, Verwaltung und Anwohner zum dritten Pankower Gastronomiegipfel. Das Thema war ernst, aber der Ton war konstruktiv: Wie lässt sich die bunte Gastronomie-Szene des Bezirks mit der Ruhe in den Wohnzimmern vereinbaren?
Denn das ist das Kernproblem: Während die Cafés in Pankow und Bars das Gesicht unseres Kiezes prägen und Lebensqualität schaffen, führen Außengastronomieflächen immer wieder zu Konflikten zwischen Betreibern und Anwohnern, vor allem wenn es um Lärm und Rücksichtnahme geht1.
Ein Gipfel mit Geschichte
Dass das Bezirksamt Pankow diesen Dialog nicht erst seit gestern führt, zeigt die Wiederholung des Formats. Der Anlass ist konkret: Die Auseinandersetzung um das Café „SchwarzSauer" mit seinen Schankvorgärten prägte die Diskussionen des letzten Jahres.
Unter dem Motto „Mehr Vielfalt, mehr Verantwortung: Gastronomie als Motor der Stadt" stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der praktischen Problemlösung. Die Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch eröffnete das Treffen um 13 Uhr, gefolgt von einer Podiumsdiskussion, nicht von oben herab, sondern mit Gastronomen wie Verda Sindiran und Thorsten Sowa im Gespräch.
Wo brennt es besonders?
In vier moderierten Thementafeln ging es um konkrete Fragen: Wo entstehen die größten Nutzungskonflikte im Bezirk? Welche Rolle spielen gastronomische Hotspots bei der Stadtentwicklung? Und vor allem: Wie lassen sich Lärm, Ordnung und neue wirtschaftliche Spielräume unter einen Hut bringen?
Das Ziel war klar formuliert: nicht Konflikte zu vertiefen, sondern gemeinsame Schnittmengen zu finden und konkrete Kriterien für künftige gastronomische Schwerpunkträume im Bezirk zu entwickeln.
Was kommt jetzt?
Der Gipfel versteht sich als Auftakt, nicht als Abschluss. Die gesammelten Perspektiven und Ideen werden dokumentiert und sollen die Grundlage für weitere strukturierte Gespräche bilden. Das ist realistisch: Solche Konflikte lösen sich nicht in einem Nachmittag.
Für uns als Nachbarn bedeutet das: Es bewegt sich etwas. Und das ist ermutigend, vor allem, wenn alle Seiten ernsthaft an Lösungen arbeiten wollen.