Seit vergangenem Freitag ist die Wanderausstellung "Walls of Shame" in Weißensee zu sehen. Am 5. Juni 2026 wurde sie um 11 Uhr feierlich vom EWA e.V. Frauenzentrum1 in der Prenzlauer Allee 6 an das Paula Panke Weissensee, Feministisches Zentrum2, in der Langhansstrasse 141 übergeben. Noch bis Ende September können Besucherinnen und Besucher das eindrückliche Kunstprojekt in Weißensee erleben und selbst einen Brief hinzufügen.
Was ist Walls of Shame?
Walls of Shame ist eine wachsende Installation aus verschlossenen Briefumschlägen. Die Initiatorin und Künstlerin Willie rief mit Unterstützung des EWA Frauenzentrums über Instagram3 Betroffene sexualisierter Gewalt auf, anonym die Namen von Täterinnen und Tätern in einem Briefumschlag einzuschicken oder vor Ort zu verfassen.
Seit Projektstart Anfang März 2026 sind über 600 solcher Briefumschläge zusammengekommen. Mit Stecknadeln von unten nach oben an die Wände gepinnt, bilden sie eine buchstäbliche "Mauer": ein raumgreifendes Mahnmal, das die immense Dimension sexualisierter Gewalt in der Gesellschaft sichtbar macht, ohne die Anonymität der Einsendenden zu brechen.
Die Übergabe im EWA Frauenzentrum
Das EWA e.V. Frauenzentrum in der Prenzlauer Allee 6 ist seit 1990 ein zentraler Ort feministischer Kulturarbeit in Prenzlauer Berg1. Es hat die Kunstaktion von Beginn an begleitet und war der erste Ausstellungsort der Installation. Bei der Übergabe am vergangenen Freitag standen die Künstlerin Willie und Rosa González, Koordinatorin für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit des EWA sowie Gender-Spezialistin und Menschenrechtsverteidigerin, für Gespräche zur Verfügung.
Ausstellung bis September in Weißensee
Seit dem 5. Juni zeigt das Paula Panke Weissensee, Feministisches Zentrum2, die Ausstellung in seinen Räumen in der Langhansstrasse 141. Paula Panke ist eine wichtige feministische Anlaufstelle im Bezirk Pankow und engagiert sich seit Jahren im Bezirksleben. Die Installation ist noch bis Ende September zu sehen.
Projektleiterin Kirsten Wechslberger und ihr Team nehmen weiterhin Briefe für die Installation entgegen. Ab September wird dann wieder ein neuer Ausstellungsort gesucht.
Selbst einen Brief einsenden
Betroffene sexualisierter Gewalt können weiterhin anonym einen Brief für die Installation einschicken. Die Einsendung erfolgt per Post oder direkt vor Ort:
Paula Panke e.V., Walls of Shame, Langhansstrasse 141, 13086 Berlin
Vor Ort im Feministischen Zentrum Weißensee besteht auch die Möglichkeit, einen Brief zu schreiben und ihn unmittelbar der Installation hinzuzufügen.
Praktische Infos
Eröffnung: Freitag, 5. Juni 2026, im EWA e.V. Frauenzentrum, Prenzlauer Allee 6, 10405 Berlin
Ausstellung: noch bis Ende September 2026
Paula Panke e.V., Langhansstrasse 141, 13086 Berlin
Instagram: @walls_of_shame___