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Was macht Tom Tykwer heute? Zurück ins Kino — und nach Pankow

Mit 'Das Licht' eröffnet der Pankower Regisseur die Berlinale und erzählt wieder von Berlin — ein Familienepos mit brisanten Themen.

Von Britta Zander | 13. März 2026
Was macht Tom Tykwer heute? Zurück ins Kino — und nach Pankow © Markus Lehmann

Stellen Sie sich vor: Der 13. Februar 2025, der Berlinale Palast in Berlin pulsiert vor Aufregung. Tom Tykwer, der langjährig in Prenzlauer Berg lebende Regisseur, betritt die Bühne und eröffnet die 75. Berlinale mit seinem neuen Film „Das Licht“, zum dritten Mal in seiner Karriere.12

Der Mann, der mit „Lola rennt“ die Welt eroberte, ist zurück im Rampenlicht. Nach acht Jahren Serienarbeit kehrt er ins Kino zurück und erzählt von uns, von Berlin, von heute.3

Was dich erwartet

Von Prenzlauer Berg in die Welt

Tom Tykwer, geboren 1965 in Wuppertal, fand seinen Weg nach Berlin, genauer gesagt nach Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow. Hier, in den Straßen, die von Künstlern und Freigeistern geprägt sind, entstanden seine ersten Ideen. Filme wie „Lola rennt“ (1998) oder „Drei“ (2010) atmen diesen Puls der Hauptstadt, zeigen das hektische Leben, das Tykwer so meisterhaft einfängt.4

Aus dem Berliner Kiez wurde eine internationale Karriere: Hollywood mit „Das Parfum“ (2006), „Cloud Atlas“ (2012), dann die epische Serie „Babylon Berlin“. Doch immer blieb Berlin sein Anker, seine Stadt, sein Schicksal, wie er selbst sagt.

Prenzlauer Berg war mehr als nur Wohnort, es war Inspirationsquelle. In Prenzlauer Berg, wo Cafés und Parks zur Traumfabrik werden, lernte Tykwer das echte Leben kennen, das er später auf die Leinwand zaubert.

Das Licht: Rückkehr ins Kino

Seit „Ein Hologramm für den König“ 2016 hatte Tykwer keinen Kinofilm mehr gedreht. Stattdessen versank er jahrelang in den rauschenden 1920ern mit „Babylon Berlin“, vier Staffeln purer Epik.5 Mit „Das Licht“ wechselte er 2025 in die Gegenwart, ein Film mit 12 Millionen Euro Budget, produziert von der von ihm mitgegründeten X Filme Creative Pool.

Die Geschichte? Eine Berliner Familie Engels, Tim (Lars Eidinger), Milena (Nicolette Krebitz), die Zwillinge Frieda und Jon sowie Milenas Sohn Dio, bekommt eine syrische Haushälterin namens Farrah (Tala Al-Deen) mit dunkler Vergangenheit. Das Familienleben kippt: Streit, Lachen, Tanzen, alles in 162 Minuten Bildrausch. „In Das Licht wird gestritten, gerungen und gekämpft, aber es wird auch gelacht, gesungen und getanzt“, sagt Tykwer. Sein Film wolle, so der Regisseur, das Spektrum der Gefühle herausfordern.

Der Kinostart war am 20. März 2025, nach Verschiebung vom Dezember 2024. Kritiker reagierten gemischt: Dunja Bialas (artechock) attestierte Tykwer, trotz überbordendem Stilmix als befreiter Filmemacher auf die Kinoleinwand zurückzukehren. Ein mutiger Befreiungsschlag, voller Wow-Effekte und Tanznummern im Straßenverkehr.

Berlinale-Magie und Tykwers Worte

Die Weltpremiere am 13. Februar 2025 war ein Highlight: Berlinale Special Gala, außerhalb des Wettbewerbs. Es war Tykwers dritte Eröffnung nach „Heaven“ (2002) und „The International“ (2009). Intendantin Tricia Tuttle erklärte zur Auswahl, sie und ihr Team hätten beim Sehen von „Das Licht“ sofort gewusst, dass sie damit die 75. Berlinale eröffnen wollten.

Tykwer selbst sagte zur Eröffnung, er sei überglücklich, die Berlinale mit „Das Licht“ zu eröffnen, die Berlinale sei das Festival seines Lebens, die Stadt sein Schicksal, dieser Film seine Sehnsucht. In Trailern und Interviews sprühte er vor Energie und sprach von vertrauten Figuren und ihrer Zerrissenheit.

Promotion dominierte 2024/25: Pressemitteilungen ab Dezember 2024, Trailer auf YouTube. Danach wurde es ruhiger, der Fokus lag auf dem Film selbst.

Der Pankow-Bezug: Heimat bleibt nah

Tykwer und Prenzlauer Berg, das ist eine lange Verbindung. Seit vielen Jahren wohnt er in dem Viertel, das auch Schriftsteller wie Sven Regener und sein Pankow-Kapitel künstlerisch geprägt haben. Kein Wunder, dass „Das Licht“ in Berlin spielt: Eine Mittelschichtsfamilie ringt mit Jobstress, Krisen und dem Alltag.

Ob er noch immer durch den Helmholtzkiez spaziert oder im Café kreative Ideen spinnt? Aktuelle Infos fehlen, aber der Berlin-Bezug ist unübersehbar. „Das Licht“ ist eine Liebeserklärung an Berlin, wo Mittelstand und Migration aufeinandertreffen. Für uns Lokalbewohner fühlt es sich vertraut an, als ob Tykwer um die Ecke guckt.

Keine Besuche oder Events in Pankow dokumentiert, aber wer weiß: Vielleicht dreht er bald wieder hier, inspiriert von unseren Straßen.

Ausblick: Was kommt als Nächstes?

Seit dem Kinostart im März 2025 wurde „Das Licht“ als Zeitbild diskutiert: Familie in der Krise, Schuld und Sühne, Traumata und Tanz. Zu konkreten neuen Projekten gibt es derzeit wenige öffentliche Hinweise. Tykwers Privatleben bleibt weitgehend abgeschirmt, zu Familie und Beziehungen äußert er sich kaum.

Man stelle sich vor: Der Berliner Regisseur plant schon den nächsten Streich. Vielleicht wieder ein Berlinale-Highlight oder eine Serie mit lokalem Twist. Vielleicht spiegeln seine Figuren ja auch uns Berliner wider.

Egal was kommt: Tom Tykwer bleibt unser Berliner, unser Prenzlauer-Berg-Nachbar. Er erzählt unsere Geschichten, mit Herz, Tempo und Magie. Wer „Das Licht“ noch nicht gesehen hat, kann ihn beim nächsten Stream- oder Heimkinoabend nachholen und die Nähe zu Hause spüren.

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Britta Zander
Britta Zander
Freie Journalistin

Freiberufliche Journalistin, wohnt in Weißensee, arbeitet meist im Café um die Ecke. Kam über Umwege zum Lokaljournalismus und möchte heute nichts anderes mehr machen.

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Leserstimmen
Florian M. 13. März 2026, 12:29 Uhr

super artikel, danke für die einblicke in tykwers lebenswerk. freue mich schon auf den nächsten kinobesuch in berlin.

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